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In Kürze geht Uli Bock in den Ruhestand. Neben dem Leiter der Landessportschule Albstadt verlassen auch zwei Studienleiter den WLSB

Eine Ära geht zu Ende. Nach 30 Jahren wechselt Sportschulleiter Uli Bock in den wohlverdienten Ruhestand. Auch wenn der eigentliche Abschied erst im September ansteht, war das Sommerfest der Landessportschule der passende Rahmen um sein Wirken angemessen zu würdigen. „Uli Bock hat die Landessportschule geprägt und weiterentwickelt. Da braucht man nur aus dem Fenster schauen und sich die Unterkünfte, Sporthallen und Außenanlagen anschauen. Was hier investiert, gebaut und renoviert wurde, trägt seine Handschrift“, hob WLSB-Präsident Andreas Felchle dessen Leistungen für den WLSB und die Landessportschule heraus.

Locker und gesellig ging es an diesem Abend im umfunktionierten Seminarraum neben der neuen Sporthalle zu. Das lag nicht zuletzt daran, dass WLSB-Präsident Andreas Felchle eine ziemlich ungewöhnliche „Lobrede“ für den scheidenden Sportschulleiter mitgebracht hatte. Als Uli Bock 1992 in Albstadt angefangen habe, erklärte Felchle, sei in der Sportlerklause noch musiziert und gesungen worden. Daran wolle er nun anknüpfen – sprach’s und griff in die Tasten seines Akkordeons mit „Bye-bye Bock“ zur Melodie von „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“. Die sechs Strophen aus Felchles Feder, gespickt mit Witz und Ironie und der einen oder anderen freundschaftlich gemeinten Spitze, sorgten für sehr viele Lacher – und vor allem für lautstarkes Mitsingen!

Sichtlich beeindruckt von dieser wahrlich gelungenen Überraschung dankte Uli Bock seinem „wunderbaren Kollegium" in der Landessportschule genauso wie dem WLSB-Präsidium, dem Vorstand und der Geschäftsführung, die der Sportschule die Ressourcen zur Verfügung gestellt und den Raum zur Entfaltung gelassen habe. Alle miteinander hätten dazu beigetragen, dass die Landessportschule Albstadt sich zu einer der führenden und effizientesten in der Bundesrepublik entwickelt habe. Die Aufgabe, diese Position zu erhalten und in den nächsten Jahren noch auszubauen, wird in der Zukunft in den Händen von Markus Senft liegen (s. SPORT in BW Nr. 7).

An der hohen inhaltlichen Qualität der Aus- und Weiterbildung haben vor allem die Studienleiter*innen einen sehr großen Anteil. Zwei langjährige Mitglieder des insgesamt neunköpfigen WLSB-Lehrteams an den Landessportschulen Albstadt und Ruit „mussten“ an diesem Abend aber verabschiedet werden. Dr. Wolfgang Friedrich – über drei Jahrzehnte an der Landessportschule, 25 Jahre lang deren Pädagogischer Leiter und zudem Experte für Gesundheitssport, Ernährung und Tischtennis – hat ebenfalls das Ruhestandsalter erreicht. Der promovierte Sportwissenschaftler hatte in den 1980er Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht und sich als Autor von Fachbüchern wie „Optimales Sportwissen“ auch außerhalb der Landessportschule einen guten Ruf erarbeitet.

Friedrichs Kollege Eckard Nothdurft hingegen hatte sich im Frühjahr nach 27 Jahren Landessportschule Albstadt dazu entschlossen, die neugeschaffene Stelle des Leistungssportdirektors bei Handball Baden-Württemberg zu übernehmen. Der ehemalige Spieler und Trainer in der Handball-Bundesliga galt in Albstadt als Vordenker in Sachen Trainerausbildung, Trainerbild und Leistungssport. Uli Bock, Wolfgang Friedrich, Eckard Nothdurft: In der Landessportschule Albstadt ist nicht nur eine, sondern eigentlich gleich dreimal eine Ära zu Ende gegangen.

Thomas Müller